{"id":557,"date":"2017-12-20T17:30:20","date_gmt":"2017-12-20T15:30:20","guid":{"rendered":"http:\/\/theophanu.unitas.org\/?p=557"},"modified":"2021-04-12T19:55:10","modified_gmt":"2021-04-12T17:55:10","slug":"vereinsleben-teil-vi-die-kneipe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theophanu.unitas.org\/?p=557","title":{"rendered":"Vereinsleben (Teil VI) &#8211; Die Kneipe"},"content":{"rendered":"<h5><u>Kneipenerinnerung<\/u><\/h5>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Ach ja. Neues Semester. Neues Wohnheim. Alles frisch, alles neu und unbekannt. Doch alles, was Fremd war, wurde kennengelernt. Auf der Hausversammlung stellte sich jede*r vor und die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens wurden erkl\u00e4rt und einige Tage sp\u00e4ter wurde das Semesterprogramm vorgestellt. Semesterantrittsgottesdienst, wissenschaftliche Sitzungen alles klar soweit.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch was ist eine Kneipe? Werden wir alle gemeinsam in eine Kneipe gehen? Nein, da steht etwas von hochoffiziell. Also schick gekleidet. Gehen wir in eine schicke Bar? Huch! Das findet ja im Haus statt (erst sp\u00e4ter lernte ich den Begriff &#8222;adh&#8220;).\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Was ist denn eine Kneipe?&#8220; fragte ich meine Nebensitzerin. Sie erkl\u00e4rte: &#8222;Ja also da sitzen wir alle zusammen im Keller. Vorne steht das Pr\u00e4sidium. Das sind der Senior und die Prima mit ihren jeweiligen Chargen, beide halten eine Rede und im Laufe dieser Rede wird auch viel gesungen und getrunken. Also das ist schon etwas ganz spezielles und die meisten, denen man das versucht zu erkl\u00e4ren, schauen genauso verdutzt wie du, aber schau es dir einfach selbst an.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Nun gut. Singen und trinken klingt doch ganz nett, um eine Foltermethode kann es sich also garantiert nicht handeln.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein paar Tage sp\u00e4ter war es so weit. Nachdem ich mich erkundigt hatte, ob mein Outfit dem Anlass gerecht wird, schwand die Angst, die Nervosit\u00e4t blieb jedoch, denn es gibt Regeln, an die man sich halten muss: &#8222;Ja also, du wohnst ja noch nicht so lange hier, deswegen ist es nicht so schlimm, wenn du die Regeln anfangs noch nicht kennst. Wichtig ist, dass du w\u00e4hrend der ganzen Veranstaltung nicht herumlaufen kannst, sondern auf deinem Platz bleiben musst. Auch solltest du versuchen, dir deinen Bierkonsum weise einzuteilen, damit du nicht auf&#8217;s Klo musst, weil du ja das umherlaufen eigentlich unterlassen sollst. Wenn du doch ganz dringend musst, kannst du in einer der Pausen ein tempus utile beantragen. Aber mach dir keine Sorge. Ich erkl\u00e4re dir alles, w\u00e4hrend der Kneipe gerne genauer.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Es wurde Zeit, sich zu setzen. Alle wurden mit Bier versorgt und dann wurde auch schon das Licht gedimmt. &#8222;Zum Einzug des Pr\u00e4sidiums: Corona hoch! Bierorgler ich bitte um einen ad\u00e4quaten Marsch!&#8220;, rief einer meiner Mitbewohner. Die Person am Keyboard fing an eine Marschmelodie zu spielen und alle klatschten. Sechs andere Mitbewohner*innen betraten nun den Raum und liefen nach vorne zu den f\u00fcr sie vorbereiteten Tischen. Sie er\u00f6ffneten die Kneipe, indem sie mit stumpfen Schwertern auf den Tisch schlugen (sp\u00e4ter erfuhr ich, dass auch daher die Phrase &#8222;eine Kneipe schlagen&#8220; stammt). Als n\u00e4chstes wurden alle Anwesenden an die herrschenden Regeln erinnert und was h\u00f6rte ich da? Latein&#8230; die Regeln wurden auf Latein erkl\u00e4rt (im Folgenden auch ins Deutsche \u00fcbersetzt, aber das war f\u00fcr mich in dem Moment vollkommen irrelevant). Die Sprache, die mir so viel bedeutete, dass ich sie studierte. Pl\u00f6tzlich breitete sich ein warmes Gef\u00fchl in mir aus. Liegt es am Bier? Kann eigentlich nicht sein. Ich hatte erst zwei. Ich glaube&#8230; ich glaube, ich werde mich hier wohl f\u00fchlen.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Anschluss wurden alle begr\u00fc\u00dft, es wurden viele Lieder gesungen, von denen einige auch auf Latein waren (Gaudeamus igitur ist immer noch eins meiner Lieblingslieder) und es wurde angesto\u00dfen und getrunken. Einen kurzen etwas ernsteren Moment gab es auch, in dem die Prima und der Senior ihre Gedanken zu einem der Prinzipien des Unitas-Verbandes teilten.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Der restliche Abend verlief noch feucht fr\u00f6hlich und ich zeigte mich w\u00e4hrend der Kneipe und im Anschluss anscheinend so begeistert, dass man mir direkt einen Deckel vorlegte. Euphorisch unterschrieb ich ihn.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Dieser Abend ist eine meiner sch\u00f6nsten Erinnerungen, die ich w\u00e4hrend meiner Zeit auf dem Unitas-Haus erfuhr. \ud83d\ude42<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-558\" src=\"https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044-300x199.jpg 300w, https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044-768x509.jpg 768w, https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/theophanu.unitas.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UKoeln_WS17_Ankneipe-044.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Kneipenerinnerung Ach ja. 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