Nach wem wir uns benannt haben

Kaiserin Theophanu (960 – 991 n. Chr.)

* ca. 960, nach manchen Angaben 955, im oströmischen Reich
† 15. Juni 991 in Nimwegen



Kaiserin Theophanu stammte aus hohem byzantinischen Militäradel und war eine Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes. Bei ihre Vermählung mit dem deutschen Kaiser Otto II. wird sie von Papst Johannes XIII. zur Kaiserin gekrönt und erhält den Titel „consors regni“ (Mitregentin). Sie wird urkundlich häufig als „coimperatix“ (Mitkaiserin) bezeichnet.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 983 obliegt ihr die Vormundschaft für den dreijährigen Sohn und rechtmäßigen Herrscher Otto III. sowie Verantwortung für den Thron, der ihr von Heinrich dem Zänker, einem Vetter Ottos II. streitig gemacht wurde. Ihr politisches Interesse und Geschick und ihre Durchsetzungskraft sicherten ihr jedoch gegen alle Widerstände ihre kaiserliche Rolle und das Erbe ihres Sohnes. Somit gilt sie als eine der einflussreichesten Herrscherinnen des Mittelalters.

 

Ihr Anliegen war es, das von ihrem Mann verfolgte Herrschaftskonzept der „renovatio imperii romani“ (Wiederherstellung eines von Papst und Kaiser gemeinsam geleiteten Reiches) weiterzuführen und somit einen Kompromiss zwischen kirchlicher und weltlicher Herrschaft zu schaffen. Diese Vorstellung spiegelte sich auch später in der Politik ihres Sohnes wieder.

Neben ihrer herausragenden politischen Rolle als selbstständige Herrscherin und Mutter des zukünftigen Kaisers war Theophanu der Stadt Köln in besonderer Weise verbunden.

Durch finanzielle Zuwendungen im kulturellen und religiösen Bereich hinterließ sie vor allem in einer der ältesten romanischen Kirchen Kölns, St. Pantaleon, ihre Spuren. Diese wurde durch ihre Hilfe errichtet und später durch eine Apsis und das beeindruckende Westwerk erweitert.

Es wird angenommen, dass Kaiserin Theophanu den Heiligen Pantaleon (Pantaleimon) sehr verehrte und so eine enge persönliche Bindung zu dieser Basilika und Benediktinerabtei hatte.

Nach ihrem Tod am 15.06.991 in Nijmegen wurde sie auf eigenen Wunsch in St. Pantaleon beigesetzt und hat dort seither ihre letzte Ruhestätte.

Kaiserin Theophanu „besaß die Gabe, auseinanderstrebende Kräfte zusammenzuführen, zerstrittene Parteien zu versöhnen und Frieden zu stiften. Von zeitloser Gültigkeit erscheint uns heute ihr politisches Konzept im Hinblick auf ein einiges Europa.“ So wird Theophanu in der Literatur beschrieben. Um an diese starke Frau, ihre Persönlichkeit und ihr Wirken zu erinnern, hat sich unser Verein ihren Namen gegeben. Doch auch lokal sind wir mit Theophanu eng verbunden, denn ihr Grab befindet sich in der benachbarten Kirche St. Pantaleon.

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